Pudel, Kampfhund, Geisterhund

Arthur Conan Doyle – Der Hund der Baskervilles
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Eine Lesebiografie ohne jemals Sherlock Holmes gelesen zu haben? Darf nicht sein. Daher wurde es höchste Zeit, diesen berühmten Fall des Meisterermittlers anzugehen. Vieles in unserer heutigen Populärkultur wurde von Holmes inspiriert. Dr House etwa ist nichts anderes als der Detektiv in Form eines Arztes. Und auch Dagobert Duck kämpft in seiner Jugend gegen die Familie der Whiskervilles, die das Moor um den Stammsitz der Familie mit einem geisterhaften Hund heimsuchen. Was also hält das Original von Arthur Conan Doyle bereit?

Inhalt: Der Geisterhund im englischen Hochmoor

Ein Fluch lastet auf der alten Familie der Baskervilles. Seit Jahren wird sie von einem gespensterhaften Hund heimgesucht, der in dem Moor haust, das den Stammsitz der Baskervilles umgibt. Das jüngste Opfer der Bestie ist der alte Sir Charles Baskerville. Der letzte lebende Erbe, Sir Henry, fürchtet um sein Leben.

Wer anders als der Meisterdetektiv Sherlock Holmes wäre also geeignet, um dem Geheimnis auf die Spur zu gehen? Während Sir Henry sich mit Holmes in London aufhält, wird ihm ein anonymer Brief zugestellt, der ihn vor dem Moor warnt. Es ist eindeutig, dass tatsächlich jemand hinter ihm her ist.

Holmes schickt seinen Freund und unseren Erzähler Dr. Watson zum Stammsitz der Baskervilles. Er soll sich vor Ort ein Bild der Lage machen. Watson findet heraus, dass sich im Moor der landesweit gesuchte Schwerverbrecher Selden aufhält. Davon abgesehen hausen im Moor auch noch der ominöse Naturforscher Stapleton und dessen Schwester, in die Sir Henry sich verliebt hat.

Die Hinweise auf einen gefährlichen Hund verdichten sich immer weiter. Selden steht mit der Dienerschaft Sir Henrys in Verbindung. Stapleton und seine Schwester verbergen etwas. Im Moor hört man einen Hund heulen. Der letzte Erbe der Baskervilles schwebt in ernster Gefahr. Doch zum Glück gibt es Sherlock Holmes.

Drei wichtige Motive der Geschichte

Das Moor

Das Moor trägt entscheidend zur Atmosphäre der Geschichte bei. Es ist düster und mysteriös. Man kann in ihm nicht klar sehen, genauso wie das Rätsel nicht klar vor einem liegt.

Das Moor ist ein bedrohlicher Ort. Ein falscher Schritt und man findet den Tod. Es bietet all jenen dunklen Gestalten Unterschlupf, die nach Unterschlupf suchen.

Tarnen und Täuschen

Mit Ausnahme von vielleicht Dr. Watson hat so gut wie jede Figur der Geschichte etwas zu verbergen. Die Verbrecher sowieso, doch auch die „Freunde“, ja sogar Holmes selbst, halten Dinge verdeckt.

Die genaue Beobachtungsgabe und das scharfsinnige Kombinieren wofür Holmes bekannt ist, sind nötig, um all die Rätsel zu lösen.

Körper und Spuren

Körper und die Spuren, die sie hinterlassen, sind wichtig. Das genaue Beobachten aller Personen erlaubt es Holmes, ihre wahre Identität aufzudecken. Die Spuren des Hundes helfen, ihn zu finden.

Schon von Beginn an, wird immer wieder die damalige Mode-Wissenschaft der Schädelkunde ins Spiel gebracht.

Meine Meinung zu Der Hund der Baskervilles

Es hat ein wenig gedauert, bis ich wirklich in Der Hund der Baskervilles hineingefunden habe. Der Sherlock Holmes, der zu Beginn präsentiert wird, ist ein Besserwisser. Seine beinahe übermenschliche Beobachtungsgabe, die frei von irgendwelchen Fehlern ist, macht ihn unsympathisch. Figuren ohne Fehler bieten wenig Anknüpfungspunkte.

Dr Watson dagegen, der ebenfalls durchaus klug ist, sich aber eben auch mal irrt, ist sehr viel nahbarer. Dementsprechend nimmt die Geschichte vor allem dann richtig Fahrt auf, sobald Holmes in den Hintergrund tritt und Watson ohne ihn dem Stammsitz der Baskervilles beobachtet. Was ab da folgt, ist eine spannende Story voller Mysterien und Rätsel. Das neblige Hochmoor sorgt für die perfekte Atmosphäre.

Der Autor: Arthur Conan Doyle

Sir Arthur Conan Dolye (1850 – 1893) war ein britischer Autor. Er studierte Medizin und war als Arzt und Chirurg tätig. Schon währenddessen begann er in seiner Freizeit mit dem Schreiben, bis er davon leben kannte. Bekannt wurde er mit den Geschichten um den bis heute populären Detektiv Sherlock Holmes.

Doyle hatte jedoch stets den Ehrgeiz, außer seiner Erfolgsserie auch andere Texte zu schreiben. Häufige Bestandteile seiner Werke sind fortschrittliche Methoden der Kriminalistik, in späteren Werken aber auch Science-Fiction und Abenteuer-Elemente.

Verschiedene Titel des Autors (Auswahl):

  • Eine Studie in Scharlachrot
  • Die Abenteuer des Sherlock Holmes
  • Seine Abschiedsvorstellung
  • Die vergessene Welt

Daten und Links zum Buch

  • Autor: Arthur Conan Doyle
  • Titel: Der Hund der Baskervilles
  • Übersetzer: Gisbert Haefs
  • Verlag: insel
  • Seiten: 244
Cover zu Arthur Conan Doyle - Der Hund der Baskervilles

Trivia: Der Baskerville-Effekt

Der Baskerville-Effekt ist ein medizinisches Phänomen, das nach diesem Buch benannt ist. Forscher entdeckten, dass Amerikaner mit chinesischer oder japanischer Abstammung weit häufiger als andere Gruppen am Vierten eines Monates an Herztod sterben. Der Grund dafür ist ungewöhnlicher Stress.

Warum nun hat aber diese Gruppe am Vierten eines Monats mehr Stress als andere? Die Vier gilt im Kulturkreis dieser Personen als eine Unglückszahl. Besonders abergläubische Menschen sind an diesem Tag also besonders psychisch angespannt, was bei ihnen dann zum Herzinfarkt führt. Man kann also beinahe von einer self-fulfilling prophecy sprechen.

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