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Ben Aaronovitch – Die Flüsse von London

Die Flüsse von London klang für mich sehr vielversprechend. Warum ich leider am Ende nur ein gemischtes Fazit ziehen kann, und was es ist, das daran Schuld hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der Inhalt: Londoner Urban Fantasy

Peter Grant ist frischgewordener Constable der Londoner Polizei. Ihm drohen für den weiteren Verlauf seiner Karriere ein Schreibtischjob und Aktenberge, bis seine Begabung für Magie entdeckt wird. Inspector Nightingale nimmt ihn unter seine Fittiche und beginnt damit, Peter zum Zauberer auszubilden.

Überraschenderweise gibt es in London eine große Zahl an Flussgöttern, Vampiren, Geistern und anderen magischen Kreaturen. Peter muss sich neben seiner Ausbildung nicht nur um den Streit rivalisierender Flussgötter kümmern, er muss auch eine Mordserie aufklären, die weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Auszug aus Kapitel 7: 

„Genug gesehen?“
Ich nickte und Nightingale stellte einen Korb Äpfel auf den Tisch. Einen richtigen Weidenkorb mit Henkel, sogar mit einem rot-weiß karierten Tuch ausgeschlagen. Er legte einen Apfel vor mich auf den Tisch, und dieses Mal brauchte er mir den nächsten Schritt nicht zu erklären. Er ließ seinen Apfel hochschweben, ich hörte mir die Forma an, konzentrierte mich auf meinen eigenen Apfel und sagte: „Impello.“
Eigentlich war ich nicht sonderlich überrascht, dass nichts passierte.
„Es wird leichter“, sagte Nightingale, „aber es wird eben nur sehr langsam leichter.“
Ich betrachtete den Apfelkorb. „Warum brauchen wir so viele Äpfel?“
„Sie explodieren gern auch mal.“

Autor: Werk

Kurzeinschätzung

Ich muss ein gemischtes Fazit ziehen.
Die Idee der Geschichte hat ihren Reiz, doch bei mir bleiben einige Kritikpunkte. Welche das genau sind, findet ihr unten in meiner etwas längeren Einschätzung.

An jede Spitze des Pentagramms legte ich einen meiner Taschenrechner.

Ben Aaronovitch – Die Flüsse von London

Die Daten zum Buch

Autor: Ben Aaronovitch
Titel: Die Flüsse von London
Jahr: 2012
Seiten: 478
Verlag: dtv
Übersetzer: Karlheinz Dürr
Kaufen: Verlag | Amazon (Affiliate-Link)

Warum mich das Buch nicht voll begeistern konnte

Bei diesem Buch werde ich ein etwas längeres Fazit schreiben, um herauszufinden, was es nun war, das mich das Buch nur als „ganz ok“ einstufen lässt.

Ich habe die Reihe von Aaronovitch oft im Buchladen rumliegen sehen und auch öfter gelesen, dass sie recht unterhaltsam sein soll und mir deshalb Die Flüsse von London geholt. Was war nun mein Eindruck?

Das grundsätzliche Setting hat mir gefallen. Das moderne London, kombiniert mit Polizisten, Magie und Verbrechen, das hat Potential. Auch sprachlich ist die Geschichte gut und locker lesbar. Mit einem mysteriösen Mord und als Peter seine magische Begabung entdeckt, ging es dementsprechend auch vielversprechend los. Doch kommt leider das zum Vorschein, was ich als Schwächen des Romans gesehen habe.

Die Handlung konnte mich nicht wirklich fesseln. Vielleicht liegt es daran, dass das Erzähltempo sehr hoch ist, und dadurch die Zusammenhänge und Peters Schlussfolgerungen oft relativ wenig erklärt werden. Irgendwie fehlt hier etwas Tiefe. Auch der Einstieg in die Welt der Magie ist ziemlich schnell, mir hätte es besser gefallen, wenn die magische Welt etwas detaillierter eingeführt worden wäre.
Dazu kommt, dass mir die Verbindung der Geschichte um die Mordfälle und um den Streit der Flussgötter – falls es eine gibt – nicht wirklich klar geworden ist. Gerade weil ich das Buch über mehrere Tage gelesen habe, musste ich mich oft fragen „Warum macht er jetzt nochmal xy?“

Es hilft nicht, dass Peter selbst wahnsinnig emotionslos ist. Es ist egal, wem in der Geschichte was zustößt, Peter reagiert relativ kühl. Was dadurch etwas verloren geht, ist die Dramaturgie. Es fehlte mir oft das Gefühl, dass hier wirklich etwas auf dem Spiel steht. Zumindest beim finalen Showdown war ich aber für kurze Zeit gepackt und wollte wissen, wie die Story weitergeht, das will ich nicht unter den Tisch fallen lassen. Das kann daran liegen, dass das Buch insgesamt um einen lakonisch-ironischen Erzählton bemüht ist.

Womit wir beim nächsten Punkt wären: Der Humor. Ich habe oft gelesen, wie der Humor des Buches gelobt wird. Meines war er aber nicht. Ich fand ihn vielmehr an vielen Stellen etwas bemüht, als hätte hier noch unbedingt ein Seitenhieb über Polizisten oder ein cooler Spruch reingemusst. Leider kennt man diese Seitenhiebe aus zig Filmen und Serien zur Genüge, die Klischees sind oft einfach schon zu bekannt und zu oft gehört. Andere werden es wahrscheinlich sehr witzig finden, Humor bleibt Geschmackssache.

So bleibt mir mir am Schluss, dass Die Flüsse von London zwar zwischendurch absolut ok ist, mich aber nicht wirklich vom Hocker hauen konnte.

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