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David Forrest – Und meinem Neffen Albert vermache ich die Insel, die ich Fatty Hagan beim Pokern abnahm

Dieses Buch hat nicht nur einen ungewöhnlich langen Titel, es ist auch ein echter Geheimtipp, da es nicht mehr gedruckt wird. Und meinem Neffen Albert vermache ich die Insel, die ich Fatty Hagan beim Pokern abnahm ist eine Satire auf den kalten Krieg.  

 

Der Inhalt: Standoff auf den Scilly-Inseln

Albert erbt von seinem Onkel eine Insel im Atlantik. Doch statt des erhofften Inselparadieses entpuppt sich das Eiland als dröger Felsen von wenigen Quadratmetern. Das einzige Highlight ist die junge Blondine Viktoria, die sich auf der Insel sonnt.

Als Albert bei Viktoria endlich Erfolg hat, havariert ein sowjetisches Spionageschiff auf der Insel. Viktorias Vater, ein Anwalt, wittert ein gutes Geschäft und zwingt die Russen, die Hälfte der Insel zu mieten, bevor sie das Schiff bergen dürfen. Das ruft wiederum die Amerikaner auf den Plan, die eine sowjetische Basis so nahe an England nicht dulden können.

Die Amerikaner sichern sich die andere Hälfte der Insel und errichten eine Basis. Und so stehen sich zwei Militärlager auf einer kleinen Insel gegenüber, auf der es nichts zu tun gibt. Unweigerlich kommt es zum vorsichtigen Kontakt und schließlich zur Verbrüderung.

 

Auszug aus Kapitel 7: 

„Wir Kameraden“, beteuerte ihm Boris. „Wir dich retten vor weißer Folter, die dich unterdrücken.“
„Kein Mensch unterdrückt mich, Kerl. Ich bin Amerikaner. Und ich will gar nicht gerettet werden.“
Auch wenn die Russen perfekt Englisch gesprochen hätten, würden sie sicher lange gebraucht haben, um die Situation zu begreifen. Aber mit ihren mangelhaften Kenntnissen und Wassilis Wörterbuch war es fast nicht zu schaffen. Allmählich aber dämmerte es ihnen.
„Wir fehlgreifen…“ Boris blätterte in dem kleinen Buch. „Retter… trupp!“ Er suchte wieder. „Konstruktion verkehrt… lächerlich.“
Vor lauter Verlegenheit brachte Boris nicht einmal mehr seine dürftigen Englischbrocken zusammen.
„Bitte… entschuldigen… wir trostlos… Wir hören… schreien… viel Heuelen. Denken… Folter… Qual.“
„Heulen? Qual?“ Hennessey dachte angestrengt nach. „Mensch, ich habe gesungen.“ Er war wütend.
Wie ein Wilder blätterte Boris nach den Übersetzungen der russischen Entschuldigungen.

David Forrest: Und meinem Neffen Albert vermache ich die Insel, die ich Fatty Hagan beim Pokern abnahm

 

Daten zum Buch
Autor: David Forrest
Titel: Und meinem Neffen Albert vermache ich die Insel, die ich Fatty Hagan beim Pokern abnahm
Jahr: 1969
Seiten: 191
Verlag: Heyne (nur noch gebraucht erhältlich)
Kaufen: Amazon (Affiliate-Link)

 

Meine Meinung: Albern und unterhaltsam

Das Buch ist eine Satire auf den kalten Krieg. Von einem Zufall gezwungen müssen Amerikaner und Sowjets auf einem eigentlich bedeutungslosen Felsen zwei hochbewaffnete Militärbasen aufbauen und Raketen aufeinander richten.

Sobald es aber zum persönlichen Kontakt zwischen den Männern der Sowjets und Amerikaner kommt, endet die Feindschaft, da die Männer ihre Gemeinsamkeiten entdecken. Der Krieg wird nur noch gespielt, um den Anweisungen der Vorgesetzten und Institutionen in der Heimat zu entsprechen.

Die wahren Probleme der Inselbewohner sind alles andere als politischer Natur. Für sie geht es letzten Endes nur darum, sich ein möglichst angenehmes Leben zu machen.

Was auf der Insel passiert, ist eine Ausgeburt typisch englischen Humors. Die Geschehnisse, die zur fortschreitenden Verbrüderung führen, sind wunderbar albern. Ich kenne das englische Original nicht, habe aber gelesen, dass bei der Übersetzung leider ein paar Dinge (vor allem Wortwitze) verloren gingen. Nichtsdestotrotz fand ich das Buch sehr amüsant und kurzweilig.

Und meinem Neffen Albert vermache ich die Insel, die ich Fatty Hagan beim Pokern abnahm ist nur noch gebraucht erhältlich, es wird seit Jahren nicht mehr gedruckt und von daher ein echter Geheimtipp.

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