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Dennis Lehane – Mystic River

Katie, die Tochter des ehemaligen Unterweltbosses Jimmy, wird nach einer durchfeierten Nacht ermordet aufgefunden. Was niemand wusste: am nächsten Tag wollte sie eigentlich nach Vegas abhauen, um dort zu heiraten.
In der selben Nacht kommt Dave blutüberströmt nach Hause. Er habe sich mit einem Räuber geschlagen, erzählt er seiner Frau, Jimmys Cousine.
Kein Wunder also, dass er schnell ins Visier von Sean rückt, der in diesem Fall ermittelt. Schon bald gerät er in seine Sackgasse.

Und auch Jimmy sucht nach dem Schuldigen um Rache zu üben.
Sean, Jimmy und Dave kennen sich, denn als Kinder waren sie Freunde. Eines Tages wurde Dave von zwei Kinderschändern entführt und in der Folge trennten sich die Wege der drei. Sie alle sind auf ihre Weise von diesem Vorfall gezeichnet.

Nichts hier ist einfach

Die Spannung in Mystic River stammt in erster Linie nicht aus dem Fortgang der Ermittlungen. Von Beginn an hat der Leser das Bild des blutüberströmten Dave, der seiner Frau eine Schlägerei als Grund seiner Verletzung angibt, aber keine Details verraten will. Hat er mit der Ermordung Katies zu tun?

Der Erzähler wechselt in seiner Perspektive konstant zwischen Dave, Sean und Jimmy, so dass wir mitbekommen, welche eigenen Schlüsse die drei für sich aus dem Fortgang der Ermittlungen ziehen, was sie nach innen glauben und was sie nach außen vorspielen. Vor allem Dave ist durch seine Verschlossenheit seiner Umwelt ein Rätsel.
Dennis Lehane gelingt es hier, drei spannende Figuren zu zeichnen, wobei ich persönlich fand, dass die Geschichte um Seans Ehe ein wenig abfällt.

Bei allen der drei spielt ihre eigene Verhangenheit mit ein, ob es Arbeitslosigkeit, Ehekrisen oder die Verbrecherkarriere sind. Ganz besonders jedoch ist es das Trauma durch den Vorfall von vor 25 Jahren, als Dave Opfer der beiden Kinderschänder wurde. Es hätte jeden von ihnen treffen können.
Zusammen mit der sozial schwachen, von der Gentrifizierung bedrohten, Wohngegend und deren Folgen ergibt sich eine düstere Grundstimmung. Es ist eine Harte gegend. In diesem Mileu kommt es darauf an, sich selbst zu behaupten, Stärke zu zeigen und alleine zurechtzukommen. Nichts, das Ermittlungen in einem Mordfall einfacher machen würde.

Hat Mystic River nun ein Happy End? Ich beschränke mich an der Stelle drauf zu sagen, dass manche Folgen und Schlussfolgerungen überraschend sind.

Doch der Junge, der den Wölfen entkommen war, hatte Samstagnacht alles andere als Mitgefühl empfunden.

Dennis Lehane – Mystic River
Die Daten zum Buch
Autor: Dennis Lehane
Titel: Mystic River
Jahr: 2001
Seiten: 622
Verlag: Diogenes
Übersetzer: Sky Nonhoff
Kaufen: Amazon (Affiliate-Link)
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