Jules Verne – Reise zum Mittelpunkt der Erde
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Hinab

Egal ob um die Welt, auf den Mond, tief hinab zum Meeresgrund oder sogar noch tiefer bis zum Mittelpunkt der Erde – Reisen ins Ungewisse gehören zum festen Teil von Jules Vernes Romanen. In diesem hier ist es ein deutscher Geologieprofessor, der es für eine großartige Idee hält, einem uralten Manuskript zu folgen und einen isländischen Vulkan hinabzuklettern. Ein wahres Musterbeispiel für Kühnheit und den Dienst an der Wissenschaft. Natürlich auch nicht ganz selbstlos, denn es wartet weltweiter Ruhm – oder eben der Tod unter Tonnen an Gestein.

Der Inhalt: Eine alte Spur zum Mittelpunkt der Erde

Die Geschichte spielt im Jahr 1863. Der Geologie-Professor Otto Lidenbrock aus Hamburg hat ein Manuskript aus dem 12. Jahrhundert erstanden. Verfasser ist der Isländer Snorri Sturluson.

Wie es bei alten Manuskripten in Abenteuergeschichten so gerne der Fall ist, enthält es eine geheime Botschaft, die der Alchemist Arne Saknussemm im 16 Jahrhundert hineingeschrieben hat. Und ebenfalls ganz typisch ist diese Botschaft in einer Runenschrift verschlüsselt.

Durch einen glücklichen Zufall schafft es Axel, Lidenbrocks Neffe und unser Erzähler, die Geheimschrift zu entziffern. Der Nachricht ist unglaublich. Saknussemm behauptet, durch den Krater des Vulkans Snæfellsjökull hinab bis zum Mittelpunkt der Erde gereist zu sein.

Der Drang des Forschers in Professor Lidenbrock ist geweckt. Axel dagegen hat panische Angst, wird vom Professor aber dazu gezwungen, auf die Reise mitzukommen. Sie brechen so bald als möglich auf. In Reykjavik heuert er als Unterstützung und Führer den Isländer Hans an, der beiden ein stoischer Begleiter sein wird.

Tatsache, Saknussemm hat nicht gelogen. Im Krater des Snæfellsjökull finden sie einen Weg nach unten. Auch wenn die Vorräte nur wenige Tage reichen, treibt Lidenbrock die Gruppe voran. Wenn seine Theorien stimmen, werden sie im Erdinneren früher oder später schon Wasser finden, ansonsten…

Axel, der Professor und Hans beginnen eine Wanderung ins Ungewisse. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist eine Reise in eine andere Welt. Jules Verne nutzt den Wissensstand und die Theorien seiner Zeit, um die drei ein Abenteuer erleben zu lassen, das zahlreiche Autoren seitdem wieder aufgegriffen haben. Seinem Professor wird es gewaltigen Ruhm in der Wissenschaft einbringen – falls er überlebt.

Mein Fazit: Ein Abenteuer zwischen Naturwissenschaft und Sciene Fiction

Wie so oft ist es bemerkenswert, welche Ideen Verne hatte. Von wem kennt man heute schon ähnliche Zukunftsvisionen? Elon Musk vielleicht? Doch der schreibt natürlich keine Romane – bis jetzt jedenfalls.

Anders als beispielsweise in Von der Erde zum Mond hält sich Verne in Reise zum Mittelpunkt der Erde glücklicherweise etwas zurück was naturwissenschaftliche Fakten und vor allem mathematische Berechnungen angeht. Ganz unterlassen kann er es natürlich nicht, schließlich ist es Verne, doch das Ausmaß ist erträglich. In diesem Roman sind es vor allem Geographie und Archäologie, die es ihm angetan haben und die er immer wieder einbringt. Irgendwann aber, je tiefer die Abenteurer unter der Erdkruste sind, sind wir komplett im Bereich der Science-Fiction.

Auch über die reine Idee an sich hinaus ist die Geschichte spannend. Können unsere Forscher den Spuren Arne Saknussemms folgen? Überleben sie ihren Trip? Was finden sie im Erdinneren?

Der Plot hält einiges an Spannungsmomenten bereit. Er konnte mich zwar nicht komplett in seinen Bann ziehen, doch das Buch lässt sich gut zwischendurch weglesen. Und wie so oft bei Verne ist es die Zeit schon allein deshalb wert, weil sein Werk so viele Autoren nach ihm inspiriert hat, deren Anspielungen man danach umso besser versteht.

Der Autor: Jules Verne

Foto von Jules Verne von Félix Nadar

(gemeinfrei, Quelle: Wikimedia Commons)
Jules Verne (ca. 1878)
(gemeinfrei, Quelle: Wikimedia Commons)

Jules Verne (1828 – 1905) war ein französischer Autor. Er lebte in einer Zeit, in der die Welt sich durch die Industrialisierung und den wissenschaftlichen Fortschritt rasend schnell veränderte. Die Faszination damit merkt man seinen Geschichten deutlich an. Er zählt zu den Pionieren der Science-Fiction-Literatur.

Jules Verne war äußerst produktiv. Er verfasste über 60 Romane, zumeist populäre Abenteuergeschichten. Heute sind nur noch wenige davon allgemein bekannt, diese aber dafür sehr. Häufige Themen seiner Werke sind die technische Entwicklung, die Naturwissenschaften, Reisen und das Erforschen der Welt.

Verschiedene Titel des Autors (Auswahl):

Daten und Links zum Buch

  • Autor: Jules Verne
  • Titel: Reise zum Mittelpunkt der Erde
  • Übersetzer: Volker Dehs
  • Illustrator: Edouard Riou
  • Verlag: dtv
  • Seiten: 432

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