Heldenreise

Abschnitt 12 – Rückkehr mit dem Elixier

In dieser Beitragsserie möchte ich euch die 12 Abschnitte der Heldenreise und ihre Verwendung in Geschichten kurz vorstellen. Dieser Beitrag behandelt den letzten Abschnitt, der die Geschichte zu ihrem Ende bringt.

Nun wird es Zeit für den Helden, die außergewöhnliche Welt zu verlassen. Er beginnt ein neues Leben, denn er ist durch seine Reise ein anderer geworden und nichts ist mehr wie zuvor.

Was der Held von seiner Reise mitbringt, ist das „Elixier“. Das Elixier ist etwas, das die Kraft hat, die alltägliche Welt zum Besseren zu beeinflussen. Es ist etwas, das mit anderen geteilt werden kann und für das Umfeld des Helden Gutes bewirkt. Es muss nichts materielles sein, auch Dinge wie Liebe, Weisheit oder die Bereitschaft, Verantworktung zu übernehmen, können als Elixier wirken. Seine spezielle Wirkung ist ein Antidot für Probleme der alltäglichen Welt.

Der Held muss nicht unbedingt zu seinem exakten Ausgangspunkt zurückkehren. Nach dem Verlassen der außergewöhnlichen Welt kann auch der Aufbruch in ein neues Leben stehen. Oft sehen wir aber, wie das Alte durch den Helden ein besseres Neues wird.

Die Rückkehr des Helden löst die Handlungsstränge auf, dabei sollte sie aber zumindest ein wenig überraschendes bieten. Oft werden „Gute“ und „Böse“ abschließend gerecht belohnt oder bestraft.

Am Ende der Geschichte sollten auch alle Subplots aufgelöst und ausreichend behandelt worden sein, sonst bleibt ein unbefriedigtes Gefühl zurück.

Die zwei wichtigen Formen des Endes sind das zirkuläre Ende und das offene Ende.
Ein zirkuläres Ende bewirkt, dass die Geschichte sich beendet und geschlossen anfühlt. Wir können Vorher und Naher vergleichen und meistens beobachten, wie sich Dinge verbessert haben. Das typische Happy End, bei dem etwas erreicht oder perfektioniert wurde, fällt in diese Kategorie. Ebenso Epiloge, die einen kurzen Blick in die (glückliche) Zukunft des Helden bieten und zum Abschluss zeigen, was aus ihm geworden ist.
Ein offenes Ende lässt uns, wie der Name schon sagt, mit unbeantworteten Fragen zurück. Diese Fragen können unserer eigenen Vorstellungskraft überlassen bleiben, oder sie werden für eine Fortsetzung der Geschichte benutzt.

Das Ende der Geschichte ist deshalb so wichtig, weil es das Gefühl hinterlässt, dass bei uns als Publikum nachwirkt. Und damit spielt es eine ganz entscheidende Rolle dabei, wie wir eine Geschichte bewerten, wenn wir zurück blicken.
Comedians zum Beispiel wissen das, deshalb greifen sehr viele von ihnen am Ende ihrer Show in einer kurzen Rückblende noch einmal alle Lacher ihres Programms wieder auf, um das Publikum an den Spaß zu erinnern, den es während der Show hatte. So kann jeder sich seinen Lieblingsgag herauspicken und geht zufrieden und belustigt nach Hause.

Ein gutes Ende einer Geschichte ist also befriedigend. Probleme gibt es, wenn es zu schnell ist, um Emotionen zu entfalten, zu wirr, zu vorhersehbar, zu unfokusiert oder unklar. Wir wollen einen deutlichen Schlusspunkt, der uns zeigt: Die Geschichte unseres Helden ist hier vorbei.

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu:

Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du diese Seite benutzt, gehe ich davon aus, dass du damit einverstanden bist. Datenschutzinformationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen