Heldenreise

Abschnitt 11 – Wiederauferstehung

In dieser Beitragsserie möchte ich euch die 12 Abschnitte der Heldenreise und ihre Verwendung in Geschichten kurz vorstellen. Dieser Beitrag behandelt den elften Abschnitt, in dem der Held bestätigt, dass er tatsächlich zum Helden geworden ist.

In diesem Abschnitt erleben wir einen zweiten Moment von Tod und Wiedergeburt, diesmal aber unter anderen Vorzeichen. Der Held hat seine Prüfung bereits bestanden und sich den Preis gesichert, er ist transformiert und begegnet dieser Aufgabe mit anderen Kräften und anderem Selbstvertrauen. Fast immer muss der Held etwas wertvolles von sich (z.B. sein Leben) für eine Gemeinschaft opfern oder aufs Spiel setzen.

Im Beitrag zum achten Abschnitt habe ich über die Unterscheidung von Krise (des Helden) und Klimax (der Geschichte) geschrieben. Was wir hier erleben, ist die Klimax. Deshalb begegnet der Held an dieser Stelle oft der Gefahr, die die (alltägliche) Welt bedroht. Für das Publikum ist es auch hier wieder wichtig, dass klar wird, was auf dem Spiel steht. Wenn dieser Moment nicht bedrohlich genug ist, fühlt er sich langweilig und belanglos an. Als Zuschauer oder Leser erleben wir hier die Karthasis. Sie ist stark mit der Entwicklung des Helden verbunden, der ja unsere Identifikationsfigur ist. Die stärksten Effekte bewirken Weinen oder Lachen.

Wenn es nicht das Aufeinandertreffen mit dem Schurken ist, bleiben eine Menge andere Optionen für die Klimax.
Manchmal ist es nur ein kurzer Moment, in dem der Held eine Entscheidung treffen muss, die allerdings so gewichtig ist, dass sie sein Wachstum und seine Lehren wiederspiegelt.
In einer „leisen Klimax“ haben wir einfach nur das friedliche Gefühl, dass alle Konflikte in Harmonie aufgelöst wurden.
Eine „wälzende Klimax“ löst nach und nach alle Subplots auf, denn auch die Wiederauferstehung ist eine Phase, mit der sämtliche Subplots verbunden sein sollten.

Einen Sonderfall haben wir bei tragischen Helden, die in dieser Phase sterben oder in ihr Unglück stürzen.

Diese zweite Prüfung finalisiert die Transformation des Helden, sie bestätigt, dass die Lehren aus der ersten hängen geblieben und dauerhaft gemacht sind. Sie ist der Beweis für die Transformation und die Existenz eines neuen Selbst. Daher ist es wichtig, dass es der Held selbst ist, der an dieser Stelle handelt, nicht jemand anderes.

 

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